Tradingrules

An dieser Stelle möchte ich meine Vorgehensweise beim Option-Trading erklären, die absolut keine Geheimwissenschaft ist. Grundsätzlich handle ich trendfolgend und passe meine Strategien an das Marktumfeld an. Dazu braucht es auch wiederum entsprechende Kriterien um zu beurteilen ob der Gesamtmarkt bullish oder bearish ist. Hierzu steht an erster Stelle der auch als „Angstindikator“ bekannte Volatilitäsindex VIX. Dieser wird aus den impliziten Volatilitäten auf den S&P 500 errechnet. Notiert der VIX über 20 werden im Aktienbereich keine bullishen Strategien mehr eröffnet. An zweiter Stelle wird jeden Tag die Form der sog. Terminstrukturkurve der VIX-Futures beurteilt worauf ich der Einfachheit wegen hier nicht näher eingehen möchte. Meine Checkliste geht weiter, aber die zwei angeführten Punkte sind wohl die wichtigsten.

Langzeitchart des VIX-Index:

Terminstrukturkurve (TSK) der VIX-futures:

http://vixcentral.com/

Volaumfeld

Da ich überwiegend Optionen verkaufe kommt immer die sog. IVR zum Einsatz. Die Abkürzung steht für „Implied Volatility Rank“ und gibt mir Auskunft über die Höhe der Optionsprämien in Bezug auf 1 Jahr. Gefordert wird von mir eine IVR von mindesten 40% und die Formel zur Berechnung lautet:

100 x (the current IV level – the 52 week IV low) / (the 52 week IV high – 52 week IV low) = IV Rank

BBTM (Bollingerband Trendfolgemodell) – Strategie

Dies ist meine Basisstrategie welche zur Trendbestimmung von futures zur Anwendung kommt. Grundsätzlich wird mit dem Wochentrend gehandelt, der Tagestrend dient zum besseren Timing. Die Einstellung sieht eine 10er Periode vor und eine 1er Abweichung, also (10,1). Ein Kaufsignal entsteht wenn der Preis aus Schlusskursbasis zweimal über dem oberen Bollingerband schließt und vice versa ein Verkaufsignal wenn er zweimal darunter schließt. Bei einem neu aufgetretenem Kaufsignal werden gleich puts verkauft und umgekehrt calls. Läuft der Trend schon länger warte ich immer auf Rücksetzer im Tages- oder Wochenchart, welche mir ein RSI(2) anzeigt. Zusätzlich achte ich auf eine Trendüberhitzung wo mir der ADX(5) hilft, außerdem sehe ich mir immer auch sog. saisonale Muster an. Damit ist einfach gemeint, wie sich ein Markt statistisch betrachtet zu bestimmten Zeiten verhält. Siehe auch http://seasonalcharts.com/ oder http://www.mrci.com/ (kostenpflichtig)

Beispiel für BBTM

bbtm-zn-w-long

Short put – Strategie

Auf Einzelaktien oder ETFs werden bei entsprechend bullischem Marktumfeld vorrangig puts verkauft. Folgende Bedingungen sollten vorher erfüllt sein:

  • VIX < 20
  • S&P500 > 21er MA auf Wochenbasis
  • VIX TSK notiert in contango [www.vixcentral.com]
  • A/D Linie steigend

Ergänzt wird das ganze durch meine Tagesroutine wo ich noch ein paar wenige Details hinzunehme. Bei der Selektion der Aktien hilft mir dough.com wo ich Werte raussuche, die eine IVR>40% aufweisen. Die verkauften Optionen dürfen auch nicht mit den Earnings des Unternehmens kollidieren. Ganz wichtig ist mir auch die Liquidität, die Spreads der verkauften Optionen sollten nicht mehr als 20USD betragen, eher 10USD. Die Prämieneinnahme sollte mindestens 50USD ausmachen und die Restlaufzeit bei rund 45 Tagen liegen. Adjustiert wird natürlich immer, wenn notwendig, aber die Option darf vorher locker 100% gegen mich laufen, bei -200% wird spätestens zurückgekauft. Der Rückkauf erfolgt grundsätzlich bei 50% Restwert. Idealerweise notiert auch der Tageschart über dem MA21. Im umgekehrten Fall werden ganz einfach calls verkauft, allerdings nicht im gleichen Ausmaß, weil puts viel leichter adjustiert werden können.

sp-system-1

Earnings – Strategie

tradingrules-earnings

In dem oben abgebildeten Chart erkennt man dass es auf der rechten Seite zu einer großen Bewegung in der Aktie kam. In diesem Beispiel handelte es sich um einen Kurssprung welcher auftrat, nachdem das Unternehmen gute Quartalszahlen veröffentlichte. Als Optionshändler gibt es mehrere Möglichkeiten entweder vor oder nach oder auch über derartige Events spekulative Trades durchzuführen. Zwei Dinge sind vor allem relevant: Nämlich dass die implizite Volatilität der Optionen vor dem Event oft deutlich ansteigt und dass sie danach meist schlagartig wieder kollabiert. (siehe Chart unten)

tradingrules-earnings-iv
Kollaps der impliziten Volatilität nach den Earnings (blaue Linie unten)

Eine Möglichkeit besteht darin, direkt vor den Earnings einen weit aus dem Geld liegenden Call und Put zu verkaufen und die gesamte Position nach dem Kollaps der Vola am nächsten Tag zu schließen. Ich bevorzuge mittlerweile short puts, welche ich in den Vola-Kollaps verkaufe und spekuliere darauf dass die Vola noch weiter kollabiert. Das Gewinnziel ist hier gleich wie bei den klassischen short puts.

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